Wohnungsnot sichtbar machen!

Jedes Jahr am 11. September wird in Deutschland der »Tag der Wohnungslosen« begangen. Dann sind die vielfältigen Akteure der Wohnungsnotfallhilfe aufgerufen, die Nicht-Sichtbaren an den prekären Rändern unserer (Wohlstands-)Gesellschaft ins Bewusstsein zu holen und den Blick auf ihre Not zu lenken.

Diesem Ruf folgte in Augsburg 2025 die AGWNH und gestaltete erstmals gemeinsam einen offenen Aktionstag für Wohnungslose.

Im Fokus stehen diejenigen, die als Obdachlose auf der Straße, in Hauseingängen und unter Brücken leben, in Pensionen, Notschlafstellen, Auffanglagern oder Kälteschutzhallen. Und die, die bei anderen zwar Unterschlupf gefunden haben, aber oft einen hohen Preis dafür bezahlen.

Foto: Julia Hüther

»Wohnungslosigkeit ist nicht immer sofort sichtbar, aber sie existiert mitten unter uns. Mit dem Aktionstag wollen wir hinschauen, zuhören und ins Gespräch kommen. Denn hinter jeder wohnungslosen Person steht eine Geschichte – und jede Geschichte verdient Aufmerksamkeit und Unterstützung«, so Sozialreferent Martin Schenkelberg.

    Fotos: SKM Augsburg, privat

    Was war am Aktionstag geboten?

    Die Schauspieltruppe theter ensemble hat drei verschiedene Aktionsplätze bespielt, die als Wohnräume gestaltet waren – aber eben ohne die vielzitierten vier Wände. Zusätzlich standen Fachkräfte der Wohnungsnotfallhilfe für Info, Auskünfte und Beratung bereit.

    Am Moritzplatz, im ›Wohnzimmer‹, als einem der drei Aktionsplätze standen Prävention und frühzeitige Unterstützung im Fokus. Einige Interessierte (und Mutige) nahmen auf der »Heißen Couch« neben dem Sozialreferenten Platz, um direkt mit ihm zum Thema ins Gespräch zu kommen.

    Im ›Bad‹ am Königsplatz stellte die AGWNH ihre Arbeit vor und stand zur Diskussion über Ideen, Wünsche, Herausforderungen und Grenzen bereit. Auf dem Willy-Brandt-Platz am ›Schlafzimmer‹ zeigten Mitarbeitende der Fachberatungsstellen und Notunterkünfte, was passiert, wenn Menschen ihre Wohnung verlieren und welche Wege zurück in ein gesichertes Zuhause es geben kann.

    Link zum Beitrag von a.tv zum Aktionstag:


    Die Veranstaltung wurde unterstützt durch die Stiftung Kartei der Not.